Wie viel Immobilie passt in dein Budget?
Dein Budget hat zwei Grenzen: das Geld für den Erwerb und den dauerhaft verfügbaren Monatsbetrag. Beide brauchen eine Reserve.

Beginne mit deinem tatsächlichen Alltag
Sammle deine regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben anhand von Kontoauszügen. Jahreszahlungen wie Versicherungen, Urlaub oder Fahrzeugkosten verteilst du auf Monate. Vergiss unregelmäßige Ausgaben nicht, nur weil gerade keine Rechnung ansteht. Unsichere Boni, künftige Gehaltserhöhungen und erhoffte Mieten verdienen eine gesonderte Zeile statt eines festen Platzes im Grundbudget.
Die Verbraucherzentrale erklärt, wie du Einnahmen, Ausgaben und Reserven für eine Immobilienfinanzierung berechnest. Für deine Entscheidung brauchst du zusätzlich die konkreten Objektkosten und ein persönliches Finanzierungsangebot.
Zwei Rechnungen nebeneinander
Erwerbsrechnung: Kaufpreis plus Kaufnebenkosten plus sofort erforderliche Arbeiten, Umzug und Ausstattung. Davon ziehst du das Eigenkapital ab, das du tatsächlich für diesen Kauf einsetzen kannst. Geld für den Lebensunterhalt oder bekannte andere Verpflichtungen ist keine frei verfügbare Kaufreserve.
Monatsrechnung: Verlässliches Nettoeinkommen abzüglich Lebenshaltung, anderer Verpflichtungen, laufender Eigentümerkosten und Rücklagen. Erst der verbleibende Betrag steht als möglicher Rahmen für die Kreditrate zur Verfügung. Ob ein Kreditgeber diesen Rahmen finanziert, ist eine weitere Prüfung.
Beispiel mit frei gewählten Annahmen
Ein Haushalt hat monatlich 4.200 Euro netto. Nach 2.000 Euro Lebenshaltung und anderen Verpflichtungen, 450 Euro laufenden Eigentümerkosten sowie 350 Euro Rücklagen bleiben rechnerisch 1.400 Euro für die Rate. Das ist keine allgemeine Empfehlung. Schon eine zusätzliche Ausgabe verändert den Spielraum; die Annahmen müssen zu deinem Haushalt und Objekt passen.
Bei einer Eigentumswohnung gehört das Hausgeld ins Monatsbudget. Das ist dein regelmäßiger Vorschuss für gemeinschaftliche Ausgaben und gegebenenfalls Rücklagen; er fällt zusätzlich zur Kreditrate an.
Budget-Checkliste
- Eigenkapital mit Verfügbarkeit und Fälligkeit auflisten.
- Kaufnebenkosten einzeln statt als ungeprüfte Pauschale ansetzen.
- Sofortmaßnahmen aus Besichtigung und Fachprüfung übernehmen.
- Hausgeld oder Hauskosten neben der Kreditrate erfassen.
- Private Notreserve und Gebäuderücklage getrennt führen.
- Weniger Einkommen, größere Reparatur und höhere Anschlussrate durchspielen.
- Beim Neubau mögliche doppelte Wohnkosten berücksichtigen.
Für Vermietung eine eigene Objektübersicht
Rechne mit rechtlich zulässiger, realistisch erzielbarer Kaltmiete. Nebenkostenvorauszahlungen sind kein frei verfügbarer Überschuss. Ziehe nicht umlegbare Kosten, Verwaltung, Erhaltung und einen Leerstandsansatz ab. Prüfe anschließend, welche Rate du auch ohne vollständige Mieteinnahmen bedienen kannst. Ein steuerlicher Verlust liefert nicht automatisch genug Geld für eine fällige Rechnung.
Nimm diese Übersicht zum Finanzierungsgespräch mit und lasse dir daraus mehrere Tilgungspläne erstellen. Weiter geht es mit Eigenkapital und Beleihung sowie Zins und Tilgung.
Was heißt das für mich?
S · Selbstnutzer
Rechne mit den künftigen Wohnkosten statt nur mit der bisherigen Kaltmiete.
V · Vermieter
Trenne Mieteinnahmen, Eigentümerkosten, Finanzierung und Steuerwirkung.
Quellen & Stand
Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen und die für deinen Fall geltenden Voraussetzungen.
- Verbraucherzentrale · Immobilienfinanzierung: Was kannst du dir leisten?Haushaltsrechnung, mögliche Kreditrate und Reserven; Artikelstand 06.11.2024.