Bakteriophagen sind Viren, die gezielt Bakterien befallen — auch solche, gegen die Antibiotika nichts mehr ausrichten. Das Problem: Für jeden Erreger den passenden Phagen zu finden, ist Sucharbeit. Genau die übernimmt bei Phagestack maschinelles Lernen. Algorithmen und Datenbanken identifizieren zunächst Kandidaten und die bakteriellen Zielstrukturen, bevor überhaupt jemand ins Labor geht.
In dieses Modell investiert nun die NRW.BANK. Die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligt sich über ihr Programm NRW.SeedCon an dem 2023 gegründeten Start-up aus Pulheim. Zur Höhe der Beteiligung macht der Bericht keine Angaben.
Das Geld fließt in den Ausbau der Laborkapazität am BioCampus Cologne — und damit genau an die Stelle, an der aus Rechenergebnissen Evidenz werden muss. Im Labor werden die Phagen isoliert, charakterisiert und validiert, standardisierte Präparate entwickelt, In-vitro-Screenings und genomische Prüfungen durchgeführt.
Bemerkenswert ist die Arbeitsteilung: Die KI liefert Hypothesen, das Nasslabor die Belege. Gegründet wurde Phagestack von Ewald Fernbach, Jonas Fernbach und Robert Faber; Fernbach führt das Unternehmen als Geschäftsführer. Angaben zu klinischen Studien oder einem Zulassungsfahrplan enthält der Bericht nicht — Phagestack steht sichtbar am Anfang.