“Die Menschen, die ihre Tage auf dem Feld verbringen, verbringen ihre Abende an der Tastatur”, sagt Coline Labadie de Faÿ. Gegen genau diese Abende baut ihr Unternehmen Tellia eine Sprach-KI — und hat dafür fünf Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde eingesammelt. Angeführt wird sie vom Berliner Wagniskapitalgeber Revent, beteiligt sind Grey Silo Ventures, Jeriko und Fund F.
Das Unternehmen selbst sitzt in Paris. Der Deutschland-Bezug liegt im Kapital und in der Kundenliste: Neben US-Betrieben wie Campos Brothers Farms und den Duckhorn-Weingütern sowie französischen Partnern wie dem Institut Français de la Vigne et du Vin nennt Startbase auch den Züchter KWS Saat.
Und die Technik? Wer auf dem Acker steht, meldet seine Beobachtungen so, wie es dort ohnehin läuft — per Anruf, Sprachnachricht, WhatsApp, Text oder Foto. Die KI hört zu, ordnet ein und überführt die Angaben in die bereits vorhandenen digitalen Systeme des Betriebs. Auf rund einer Million Acre, also über 400.000 Hektar, ist die Technik nach Angaben des Unternehmens bereits im Einsatz.
Das frische Geld soll in die Sprachtechnik fließen, in den Ausbau der Agentenschicht zwischen Feld und Betriebssystem — und in neue Stellen in den USA und in Europa.