Zwanzig Stunden Buchhaltung pro Mandant und Monat, danach noch sechs: So beschreibt Limetax die Wirkung seiner KI-Agenten in Pilotfällen. Für den Ausbau dieses Modells hat das Berliner Unternehmen jetzt 36 Millionen Euro eingesammelt — sechs Millionen Eigenkapital in einer Pre-Seed-Runde unter Führung von Motive Partners, dazu eine Kreditlinie über 30 Millionen Euro von einem Konsortium deutscher Banken. Beteiligt sind außerdem Activant und Heliad sowie mehrere Angel-Investoren, darunter der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner, Alexander Kudlich und die Moss-Gründer Anton Rummel und Ante Spittler.
Das Besondere: Limetax verkauft keine Software, sondern betreibt selbst Kanzleien. Vier Steuerkanzleien an sieben Standorten gehören zur Gruppe, rund 150 Beschäftigte, ein Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich. Gegründet wurde das Unternehmen erst im Januar 2026 von Christoph Gamon, Maximilian Meyer und Christoph Dansard; Gamon war zuvor Mitgründer und CFO der Razor Group.
Die KI-Agenten übernehmen Buchhaltung, Lohnabrechnung und die Vorbereitung von Jahresabschlüssen — Daten zusammentragen, Rechnungen verarbeiten, zuarbeiten. Geprüft werden die Ergebnisse von Menschen, bevor sie herausgehen, und die Verantwortung für die Beratung bleibt bei den zugelassenen Steuerberatern. Die Zukunft der Steuerberatung entstehe nicht durch ein weiteres KI-Tool, sagt Gamon — sondern, so das Geschäftsmodell, durch Kanzleien, welche die Technik selbst betreiben.