Chinesische KI-Anwendungen spielen in deutschen Unternehmen praktisch keine Rolle. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom nutzen zwei Prozent der KI-anwendenden Unternehmen DeepSeek, ein Prozent Alibabas Qwen. Befragt wurden in den Kalenderwochen 28 bis 33 telefonisch und repräsentativ 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten; die Nutzungswerte beziehen sich auf jene Firmen, die überhaupt KI einsetzen, Mehrfachnennungen waren möglich. Die vollständige Studie folgt am 14. September.
Dominant sind US-Anbieter, und ihr Vorsprung wächst. ChatGPT kommt auf 76 Prozent nach 70 Prozent im Vorjahr, Microsoft Copilot auf 35 nach 28 Prozent, Google Gemini auf 28 nach 22 Prozent. Es folgen Metas Llama mit acht und Anthropics Claude mit drei Prozent; Grok von xAI bleibt unter einem Prozent. “Die deutsche Wirtschaft setzt bei Künstlicher Intelligenz derzeit fast ausschließlich auf Anwendungen aus den USA”, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Aufschlussreicher als die China-Zahlen ist der europäische Befund. SAPs Assistent Joule erreicht sechs Prozent, das französische Mistral dagegen null Prozent — ebenso wie Perplexity. Die Debatte um digitale Souveränität wird damit weitgehend über einen Anbieter geführt, der in der betrieblichen Praxis der Befragten nicht vorkommt. Wer den Anteil europäischer KI in deutschen Unternehmen erhöhen will, steht demnach weniger vor einem Regulierungsproblem als vor einem Vertriebs- und Produktproblem.