Jedes zweite Logistikunternehmen in Deutschland setzt inzwischen Künstliche Intelligenz ein. Das geht aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervor, für die in den Kalenderwochen 26 bis 31 repräsentativ 502 Logistikunternehmen ab 20 Beschäftigten telefonisch befragt wurden. 2022 lag der Anteil noch bei 22 Prozent, jetzt sind es 51 Prozent; weitere 22 Prozent planen den Einsatz, 14 Prozent diskutieren ihn.
Der Engpass liegt nicht bei der Technik. 54 Prozent der Unternehmen fehlt nach eigener Auskunft das Know-how, um KI überhaupt zu integrieren. 73 Prozent nennen fehlende digitale Kompetenzen als Hemmnis der Digitalisierung, 55 Prozent vermissen marktreife Lösungen, 54 Prozent qualifizierte externe Berater. Schulungen bieten zwar 73 Prozent an — aber nur acht Prozent schulen die gesamte Belegschaft.
Bitkom-Vizepräsidentin Tanja Rückert benennt die Konsequenz deutlich: “Mit Lizenzen für KI-Werkzeuge ist es aber nicht getan, sonst zahlt man viel Geld für Tokens und erreicht wenig.”
Bemerkenswert ist der Widerspruch in den Zahlen. Während 42 Prozent für 2027 höhere Digitalisierungsbudgets planen, halten 58 Prozent KI für dauerhaft unterlegen gegenüber erfahrenen Logistikfachkräften, 30 Prozent für einen vorübergehenden Hype. Investiert wird also auch dort, wo die Überzeugung fehlt — getrieben vom Fachkräftemangel, den 87 Prozent als Herausforderung nennen.