Zählerstand ablesen, Vertrag prüfen – und das Ganze im Chatfenster von ChatGPT: Der Energieversorger enercity, hervorgegangen aus den Stadtwerken Hannover, lässt seine Kundschaft ab sofort testweise über den KI-Assistenten mit dem eigenen Kundenmanagement sprechen.
Technisch steckt dahinter das Model-Context-Protocol (MCP), eine offene Schnittstelle. Wer mitmachen will, meldet sich per E-Mail beim Kundenservice an, installiert einen Connector in ChatGPT und loggt sich einmal ein. Danach vermittelt ein MCP-Server zwischen Chatbot und enercity-Servern: Zählerstände übermitteln, Vertragliches klären – alles im Dialog.
Der Datenschutz ist mitgedacht. enercity betont, nur minimale Daten zu übertragen; Adressen und vollständige Namen bekommt OpenAI nicht zu sehen. Ehrlich bleibt der Versorger auch bei den Grenzen: Dass ChatGPT bei Zählerständen oder Verträgen halluziniert, lässt sich nicht völlig ausschließen.
Spannend für Deutschland ist der Schritt, weil hier ein klassischer Stadtwerke-Betrieb den Sprung zur agentischen KI wagt – zunächst für Early Adopter, denen herkömmliche Apps zu umständlich sind. Und enercity denkt schon weiter: Weil MCP nicht auf ChatGPT beschränkt ist, soll die Funktion künftig auch mit anderen Sprachmodellen laufen. Die gewohnten Servicewege bleiben derweil bestehen. Umgesetzt hat das Ganze die Digitaltochter LYNQTECH.