KI in Deutschland
Musikbranche führt zweistufige KI-Kennzeichnung ein — mit deutschem BVMI an Bord
Die Musikbranche hat sich auf eine abgestufte Kennzeichnung von KI-Inhalten verständigt — mit dabei ist der deutsche Bundesverband Musikindustrie (BVMI) neben internationalen Verbänden wie IFPI, RIAA und dem europäischen Independent-Netzwerk IMPALA. Wie heise online berichtet, sieht das Schema zwei Stufen vor: Als “KI-generiert” gilt ein Titel, wenn Leadgesang oder zentrale Instrumentalspuren per KI-Prompt entstanden sind. Das Label “KI-unterstützt” greift, wenn die Aufnahme im Kern von Menschen stammt — mit menschlichem Gesang und echten Hauptinstrumenten.
Die Kennzeichnung soll ähnlich wie der “Explicit Lyrics”-Hinweis eingebunden werden. Ihre Grenzen sind allerdings deutlich: Songtexte, Cover und Musikvideos bleiben außen vor, ebenso rein KI-komponierte, aber menschlich eingespielte Stücke.
Der Vorstoß trifft einen wunden Punkt. Der Streamingdienst Deezer meldete, dass im April 2026 bereits 44 Prozent aller Uploads KI-generiert waren; bei 43 Prozent der von anderen Diensten abgewanderten Nutzer fanden sich KI-Songs in den Playlists. Für den Standort Deutschland ist die BVMI-Beteiligung relevant, weil die Branche damit Transparenzregeln setzt, bevor der Gesetzgeber es tut. Offen bleibt jedoch die Durchschlagskraft: Große Plattformen wie Spotify, Apple Music, YouTube und Amazon zählen dem Bericht zufolge bislang nicht zu den Unterzeichnern.
Quelle heise online
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