KI in Deutschland
EU zwingt Google: Android muss sich für fremde KI-Assistenten öffnen
Die EU-Kommission verpflichtet Google, das Betriebssystem Android für KI-Assistenten anderer Anbieter zu öffnen. Grundlage ist Artikel 6 Absatz 7 des Digital Markets Act (DMA); Android gilt seit 2023 als regulierter “Gatekeeper”. Fremde Assistenten müssen künftig denselben Zugang erhalten wie Googles eigener Dienst Gemini — etwa die Aktivierung per Sprachbefehl, das Bestellen von Essen oder Fahrdiensten, die Analyse von Bildschirminhalten, dauerhaften Hintergrundbetrieb und Zugriff auf Drittanbieter-Apps für mehrstufige, “agentische” Aufgaben.
Der Zeitplan ist gestaffelt: Bis zum 1. Februar 2027 muss Google Entwurfsbedingungen für ein Zertifizierungsprogramm vorlegen, bis 1. Mai 2027 die endgültigen Regeln. Nutzer sollen ab 1. Juli 2027 profitieren, die vollständige Umsetzung ist zum 1. August 2027 mit Android 18 vorgesehen; die gleichzeitige Erkennung mehrerer Aktivierungswörter folgt bis August 2028 mit Android 19. Google darf nur objektive, diskriminierungsfreie Sicherheits- und Datenschutzstandards setzen, überprüft durch unabhängige Dritte; DSGVO und Cyber Resilience Act bleiben maßgeblich.
Für den Standort Deutschland ist die Vorgabe relevant, weil sie den größten europäischen Android-Markt betrifft: Anbieter wie OpenAI oder Perplexity — und perspektivisch auch europäische Wettbewerber — erhalten regulatorisch abgesicherten Zugang zu Millionen Smartphones. Google äußerte sich kritisch zur Brüsseler Entscheidung.
Quelle heise online
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