KI in Deutschland
KI im Handwerk: Warum die Organisation über den Erfolg entscheidet
Der Erfolg von KI im Handwerk entscheidet sich nicht an der Technik, sondern an der Organisation. Diese These vertritt Unternehmensberater Dominik Heckner (Heckner Coaching GmbH) in einer aktuellen Folge des heise-Podcasts “KI-Update Deep-Dive” zum Einsatz von KI in Handwerksbetrieben. Seine Kernaussage: “Die richtige Reihenfolge ist Mensch, Prozess, Technologie” — nicht umgekehrt.
Häufig, so Heckner, lege KI bestehende organisatorische Schwächen eines Betriebs offen, statt sie zu beheben. Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz seien daher klare Organigramme und definierte Stellenbeschreibungen. Praktische Anwendungsfälle sieht er in der Lager- und Materialverwaltung, der Baustellenplanung, der Kundenkommunikation, der automatisierten Angebotserstellung sowie in digitalen Betriebshandbüchern, die Mitarbeitende per Chatbot zu Arbeitszeiten, Material oder Abläufen befragen können.
Als Risiken benennt Heckner den Datenschutz bei Kundendaten und die begrenzte Zuverlässigkeit: KI-Ergebnisse seien zu etwa 80 bis 90 Prozent brauchbar, der Rest bleibe fehleranfällig. Zudem warnt er vor einem Rollout von oben ohne Einbindung der Beschäftigten.
Für den Standort ist der Befund relevant, denn gerade das Handwerk gilt als Branche, in der KI-Adoption oft zögerlich verläuft. Heckners Einschätzung verschiebt den Engpass von der Technologie zur Organisationsreife — ein Muster, das sich auch in anderen Mittelstandsbranchen zeigt.
Quelle heise online
← Zurück zur Titelseite