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Berlin · 11.09.2026 ✦ Redaktionsschluss 10:15 Uhr ✦ Vollständig automatisch verfasst

Münchner Atira sammelt 15 Millionen Dollar für KI-Agenten im Industrievertrieb

Angebot, Konfiguration, Preis: Im Industrievertrieb steckt genau die Arbeit, die Software bisher kaum angefasst hat. Dort setzt das Münchner Start-up Atira an — und der Markt hat zugehört. 15 Millionen Dollar fließen in einer Seed-Runde unter Führung von Accel; zusammen mit einer früheren Pre-Seed-Runde über 2,5 Millionen Dollar summiert sich die Finanzierung auf 17,5 Millionen Dollar. Mit an Bord sind UVC, Fortino und Booom sowie mehrere Privatinvestoren, darunter Celonis-Mitgründer Bastian Nominacher, Ann-Kristin Achleitner, Marc Bitzer und Markus Flik.

Was die Plattform tut: Sie nimmt Anfragen von Kunden entgegen und erzeugt daraus technische Dokumentation, Konfigurationsvorschläge und Preisoptionen — angebunden an vorhandene CRM-, ERP- und CPQ-Systeme. Sales Engineering sei einer der größten Arbeitsabläufe in der Fertigung, den Software nie wirklich automatisiert habe, sagt Mitgründer und CEO Florian Diegruber. Laut tech.eu geht es weltweit um mehr als 128 Milliarden Dollar Personalaufwand pro Jahr.

Das Bemerkenswerte daran: Atira wurde erst im November 2024 gegründet, von Diegruber und August DuMont Schütte. Ein keine zwei Jahre altes Team nimmt sich damit ausgerechnet den zähen Angebotspapierkram des Maschinenbaus vor — also jener Branche, an der die deutsche Industrie hängt. Angaben zu Mitarbeiterzahl und Kundennamen enthält der Bericht nicht.

Quelle tech.eu

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Berlin lässt geleakte Verwaltungsdaten von KI nach Risiko sortieren

Die Berliner Verwaltung will die bei einem Cyberangriff erbeuteten Dateien mit KI-Werkzeugen nach Risiko sortieren. In der Nacht von Samstag auf Sonntag veröffentlichten die Angreifer laut heise online ein zweites Datenpaket mit 550.000 bis 560.000 Dateien; insgesamt sind damit rund 1,3 Millionen Dateien öffentlich. Die Werkzeuge sollen bestimmen, welche Dateien das höchste Risiko für Betroffene bergen, damit diese vorrangig geprüft werden. Chief Digital Officer Florian Hauer beschreibt die Aufgabe so: “Wir stehen vor der Aufgabe, dass wir feststellen müssen, was diese Dateien an Informationen enthalten.” Ein Lösegeld von 30 Bitcoin, umgerechnet etwa zwei Millionen Euro, lehnte Berlin ab.

Der Fall zeigt eine Anwendung, über die in der KI-Debatte selten gesprochen wird: Triage. Nicht Textgenerierung, sondern die Sichtung einer Datenmenge, die Beschäftigte in vertretbarer Zeit nicht durchsehen können. Zugleich verschiebt sich damit eine heikle Entscheidung — wer wann über welche Betroffenheit informiert wird — in eine automatisierte Vorsortierung.

Ungeklärt bleibt der Einbruchsweg. Staatssekretär Alexander Slotty erklärte, die Herkunft des Angriffs sei weiter unklar. Genannt wird die Gruppe Rhysida, die üblicherweise mit Phishing-Mails arbeitet; eine Sicherheitsmeldung des BSI beschreibt dagegen ein gefälschtes CAPTCHA, das Beschäftigte zum Öffnen des Windows-Terminals verleitet. Beide Darstellungen stehen bislang unvereinbar nebeneinander.

Quelle heise online

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TÜV-Verband entwickelt dreistufiges KI-Zertifikat

Der TÜV-Verband entwickelt ein dreistufiges Zertifikat für KI-Systeme. Laut einem Bericht von heise online wird das Programm derzeit mit Pilotpartnern erprobt, eine schrittweise Einführung ist ab Ende 2026 möglich. Hersteller und Anbieter sollen damit unabhängig nachweisen können, dass ihre Systeme sicher sind und Qualitätsanforderungen erfüllen; der TÜV nimmt dafür Risikobewertungen vor. Marc Fliehe, Digitalisierungsexperte des Verbands, begründet das Vorhaben so: “Unternehmen müssen gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Anwendern nachweisen können, dass ihre KI-Systeme nicht nur leistungsfähig sind, sondern auch zuverlässig und sicher funktionieren.”

Die Prüforganisationen besetzen damit ein Feld, das für den Standort Deutschland vertraut ist: Vertrauen in Technik wird als Prüfdienstleistung organisiert, wie zuvor bei Maschinen, Aufzügen und Fahrzeugen. Adressiert werden dem Bericht zufolge vor allem die Zweifel der Nutzer an der Datensicherheit und an der Richtigkeit von KI-Antworten.

Offen bleibt das Entscheidende. Der Bericht nennt weder die Kriterien, die die drei Stufen voneinander unterscheiden, noch die beteiligten Pilotpartner. Ebenso wenig ist beschrieben, wie sich ein freiwilliges Prüfsiegel zu den Anforderungen des EU-KI-Gesetzes verhält, das Anbieter risikoreicher Systeme ohnehin zu Nachweisen verpflichtet. Von diesen Details hängt ab, ob das Zertifikat Aussagekraft gewinnt.

Quelle heise online

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Digitalminister Wildberger auf der IFA: "Diese Fenster bleiben nicht lange offen"

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat auf der IFA in Berlin für mehr Tempo bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz geworben. Bei seinem Rundgang über die Messe, unter anderem zu den Ständen von AMD, Bosch und Miele, sagte er laut heise online: “KI ist riskant, aber es ist viel riskanter, diese Technologien nicht selber zu beherrschen.” Sein erklärtes Ziel formulierte er knapp: “Dieses Land ein bisschen aufwecken.” Eine besondere Chance für Deutschland und Europa sieht Wildberger in der Robotik, verbunden mit einer Mahnung: “Diese Fenster bleiben nicht lange offen.” Aufgabe des Staates sei es, Freiraum, Geschwindigkeit und die nötige Infrastruktur bereitzustellen.

Bemerkenswert ist die Schwerpunktsetzung. Wildberger argumentiert nicht über eigene Basismodelle, sondern über Beherrschung und Anwendung — und mit der Robotik über ein Feld, das an die vorhandenen Stärken des Industriestandorts anschließt: Maschinenbau, Automatisierung, Hausgerätetechnik. Als Beispiel für europäische Modellentwicklung nennt der Bericht das multimodale Modell Flux von Black Forest Labs, das dem Vernehmen nach auch von Google eingesetzt wird.

Konkrete Förderzusagen oder Haushaltszahlen nannte der Minister bei dem Messebesuch nicht. Die nächste greifbare Vorgabe für die Branche kommt ohnehin aus Brüssel: Der Digitale Produktpass, ein maschinenlesbarer Datensatz nach der EU-Ökodesign-Verordnung, tritt ab 2027 in die Umsetzung.

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Bundesregierung sieht bislang keinen systematischen Stellenabbau durch KI

Die Bundesregierung sieht durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz bislang keinen systematischen Stellenabbau in Deutschland. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, über die heise online berichtet. KI ersetze demnach selten ganze Berufe, sondern verändere einzelne Tätigkeiten innerhalb bestehender Jobs. Routineaufgaben gingen zurück, während das Prüfen und Kontrollieren KI-erzeugter Ergebnisse an Bedeutung gewinne. Als entscheidend bezeichnet die Regierung gezielte Weiterbildung. Schweizer Marktstudien, die einen Rückgang von Einstiegspositionen nahelegen, hält sie für methodisch nicht belastbar. Verwiesen wird auf das KI-Observatorium, das Forschungsprojekt ai:conomics und eine nationale Weiterbildungsstrategie.

Bemerkenswert ist die Beweislage, nicht die Botschaft. Eine Regierungsantwort auf eine parlamentarische Anfrage ist kein Forschungsbefund, sondern eine Positionsbestimmung — sie sagt vor allem, worauf sich die Arbeitsmarktpolitik derzeit stützt. Dass die Regierung gegenläufige Studien ausdrücklich als methodisch schwach zurückweist, verschiebt die Debatte auf die Frage, welche Daten überhaupt zählen. Für den Standort Deutschland ist das relevant: Ob Weiterbildung als Antwort ausreicht, hängt daran, ob Verschiebungen im Aufgabenzuschnitt früh genug sichtbar werden — und die Messinstrumente dafür stehen selbst zur Debatte.

Der ausführliche Beitrag steht hinter der heise+-Schranke; diese Zusammenfassung stützt sich auf den frei lesbaren Teil.

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Niedersachsens Datenschutzbeauftragter kritisiert KI-Befugnisse im geplanten Polizeigesetz

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen, Denis Lehmkemper, wendet sich gegen die geplante Novelle des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (NPOG). In seinem Tätigkeitsbericht 2025 kritisiert er mehrere Befugnisse, die das Vorhaben der rot-grünen Landesregierung der Polizei einräumen soll: “intelligente” Videoüberwachung, biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung und automatisierte Datenanalyse. Die Echtzeit-Erkennung lehnt seine Behörde ab. Sein zentraler Einwand betrifft die Zweckbindung — jenen Grundsatz, nach dem Daten nur für den Zweck verwendet werden dürfen, zu dem sie erhoben wurden. Dieser Grundsatz wäre nach seiner Darstellung am Ende.

Der Vorgang verschiebt die deutsche KI-Debatte auf die Ebene der Länder. Über Hochrisiko-Anwendungen und biometrische Fernidentifizierung entscheidet nicht allein das EU-KI-Gesetz; wie weit Polizeibehörden solche Systeme tatsächlich einsetzen dürfen, regeln die Polizeigesetze der Länder. Niedersachsen ist damit einer von sechzehn Schauplätzen, an denen sich die praktische Reichweite dieser Technik entscheidet. Bemerkenswert ist außerdem, wer hier widerspricht: eine Aufsichtsbehörde, die dieselbe Landesregierung kontrolliert, deren Gesetzentwurf sie beanstandet.

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Deutsche Synchronsprecher sehen KI-Stimmen als Konkurrenz

Der Verband Deutscher Sprecher:innen wendet sich gegen den Einsatz künstlich erzeugter Stimmen in der Synchronbranche. In einem Deep-Dive des heise-Podcasts KI-Update beschreibt Verbandsvorsitzende Anna-Sophia Lumpe das Kernproblem so: Sprecherinnen und Sprecher sollen ihre eigenen Aufnahmen für das Training von KI-Stimmen hergeben, die anschließend mit ihnen in Konkurrenz treten. Entscheidend sei dabei nicht die Stimmfarbe, sondern die Stimmführung — also die schauspielerische Interpretation, die eine Synchronfassung überhaupt erst trägt. Die Haltung des Berufsstands dürfe nicht darauf hinauslaufen, gerade so viel zu tun, wie unbedingt nötig sei.

Als Hintergrund nennt der Beitrag Vertragsklauseln bei Netflix, die eine Nutzung aufgenommener Stimmen für KI-Training erlauben sollen; ein Google-Vertreter habe zudem bestätigt, dass YouTube-Inhalte in das Training einfließen.

Für den Standort Deutschland ist das mehr als eine Branchenfrage. Ob Aufnahmen als Trainingsmaterial verwendet werden dürfen, entscheidet sich nach der Darstellung des Verbands derzeit in Verträgen, nicht in einem Gesetz — die Transparenzpflichten des EU-KI-Gesetzes betreffen die Kennzeichnung von KI-Inhalten, nicht die Vergütung der Stimmen dahinter. Der Verband verschiebt die Debatte damit von der Technik zur Vertragsgestaltung.

Der ausführliche Beitrag steht hinter der heise+-Schranke; diese Zusammenfassung stützt sich auf den frei lesbaren Teil.

Quelle heise online

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Carlsen Verlag verklagt OpenAI wegen NEINhorn-Plagiaten

Der Carlsen Verlag hat vor dem Landgericht München I Klage gegen OpenAI eingereicht. Das berichtet heise online. Gegenstand ist die Kinderbuchreihe “Das NEINhorn” von Autor Marc-Uwe Kling und Illustratorin Astrid Henn, die vor sieben Jahren erschienen ist. Der Verlag verlangt, die unlizenzierte Nutzung zu unterlassen, Auskunft über den Umfang zu erteilen und Schadenersatz zu leisten. Eine Summe nennt der Bericht nicht.

Der Vorwurf geht über einzelne Textpassagen hinaus. Nach den in dem Bericht geschilderten Feststellungen erzeugt ChatGPT vollständige Geschichten im Stil der Vorlagen sowie Illustrationen, die von den Originalen kaum zu unterscheiden sind. Geliefert werde eine komplette Druckvorlage — mit Covergestaltung, Impressum, erfundener ISBN und Verlagslogo. Zusätzlich schlage das System von sich aus weitere rechtsverletzende Texte und Bilder vor.

Zwei Punkte sind für die Einordnung wesentlich. Erstens hat dasselbe Gericht bereits eine Entscheidung gegen OpenAI getroffen, die die Verwertungsgesellschaft GEMA erstritten hat. Zweitens verschiebt sich der Streitgegenstand: Es geht hier nicht um die Frage, womit ein Modell trainiert wurde, sondern um das fertige Ausgabeprodukt. Kling kritisiert laut Bericht, Einzelne würden für den illegalen Download eines einzigen Films oder Buches hart bestraft. Eine Stellungnahme von OpenAI liegt dem Bericht nicht vor. Der ausführliche Artikel steht hinter der heise+ Bezahlschranke.

Quelle heise online

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Magdeburger Be2Byte bekommt 500.000 Euro für KI-Assistenten im Labor

107 Papier-Logbücher, ersetzt in zehn Wochen: Diese Zahl steht am Anfang der Geschichte des Magdeburger Technologie-Startups Be2Byte. Sie stammt vom Zentrallabor Witowski, einem nach ISO 17025 akkreditierten Labor, das die Software des Unternehmens eingeführt hat. Der Dokumentationsaufwand sank dabei nach Angaben von Startbase um mehr als 70 Prozent. Jetzt sammelt Be2Byte 500.000 Euro ein — Geldgeber ist der IBG Fonds, verwaltet von bmp Ventures.

Die Plattform heißt LabThunder und digitalisiert den Laboralltag: digitale Logbücher, zentrale Geräteverwaltung, automatisierte Fehlerbehebung für analytische und klinische Labore. Mittendrin sitzt Thunder AI, ein KI-Assistent, der dem Laborpersonal Informationen heraussucht, Entscheidungen vorbereitet und Geräteprobleme eigenständig lösen hilft.

Bemerkenswert ist, wer da baut. “Wir haben gemeinsam über zwei Jahrzehnte in Laboren gearbeitet und wissen genau, wo es im Alltag klemmt”, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Julian Weber, der rund 16 Jahre Laborerfahrung mitbringt. Mitgründer Manuel Diaz kommt als CRO aus den Biowissenschaften, Technikchef Robert Perez aus der Softwareentwicklung.

Die Runde ist überschaubar, der Plan nicht: Das Geld soll die Expansion im DACH-Raum tragen, weitere Module finanzieren und bis Ende 2027 den Einstieg in die Pharmabranche ermöglichen.

Quelle Startbase

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