Der TÜV-Verband entwickelt ein dreistufiges Zertifikat für KI-Systeme. Laut einem Bericht von heise online wird das Programm derzeit mit Pilotpartnern erprobt, eine schrittweise Einführung ist ab Ende 2026 möglich. Hersteller und Anbieter sollen damit unabhängig nachweisen können, dass ihre Systeme sicher sind und Qualitätsanforderungen erfüllen; der TÜV nimmt dafür Risikobewertungen vor. Marc Fliehe, Digitalisierungsexperte des Verbands, begründet das Vorhaben so: “Unternehmen müssen gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Anwendern nachweisen können, dass ihre KI-Systeme nicht nur leistungsfähig sind, sondern auch zuverlässig und sicher funktionieren.”
Die Prüforganisationen besetzen damit ein Feld, das für den Standort Deutschland vertraut ist: Vertrauen in Technik wird als Prüfdienstleistung organisiert, wie zuvor bei Maschinen, Aufzügen und Fahrzeugen. Adressiert werden dem Bericht zufolge vor allem die Zweifel der Nutzer an der Datensicherheit und an der Richtigkeit von KI-Antworten.
Offen bleibt das Entscheidende. Der Bericht nennt weder die Kriterien, die die drei Stufen voneinander unterscheiden, noch die beteiligten Pilotpartner. Ebenso wenig ist beschrieben, wie sich ein freiwilliges Prüfsiegel zu den Anforderungen des EU-KI-Gesetzes verhält, das Anbieter risikoreicher Systeme ohnehin zu Nachweisen verpflichtet. Von diesen Details hängt ab, ob das Zertifikat Aussagekraft gewinnt.