KI in Deutschland
EU-Aktionsplan gegen KI-Abhängigkeit nach US-Sperre bei Anthropic-Modellen
Die Europäische Kommission hat einen “Cybersecurity and AI Action Plan” vorgelegt, mit dem die EU ihre Abhängigkeit von nicht-europäischen KI-Lösungen verringern will. Auslöser war ein konkreter Vorfall: Laut heise online hatte die US-Regierung Mitte Juni den Anbieter Anthropic angewiesen, den Zugriff von außerhalb der USA auf zwei seiner leistungsstärksten KI-Modelle zu sperren — begründet mit nationaler Sicherheit. Erst nach gut zwei Wochen, Anfang Juli, wurde die Beschränkung wieder aufgehoben.
Der Plan sieht mehrere Maßnahmen vor: Gemeinsam mit der EU-Agentur Enisa sollen Leitlinien entstehen, die Behörden und Unternehmen den Zugang zu fortgeschrittenen KI-Modellen sichern. Bis 2027 will die EU eigene Kapazitäten zur Cybersicherheitsbewertung aufbauen und sichere Testumgebungen für Betreiber kritischer Infrastruktur in Finanzwesen, Energie, Gesundheit, Verkehr und Verwaltung schaffen. Die Kommission verweist zudem auf ihr Souveränitätspaket vom Juni und das Programm der KI-Gigafactories mit einem Volumen von über 200 Milliarden Euro.
Für den Standort Deutschland ist der Vorfall ein Warnsignal: Er zeigt, wie schnell der Zugang zu US-Spitzenmodellen politisch versiegen kann — ausgerechnet in einem Bereich, in dem europäische Anbieter noch hinterherhängen. Digitalkommissarin Henna Virkkunen betonte, bei sicherheitskritischen Fähigkeiten könne man sich nicht allein auf außereuropäische Lösungen verlassen.
Quelle heise online
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