KI in Deutschland
Umfrage: Deutsche Finanzprofis prüfen KI-Ergebnisse stundenlang nach
Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens IDC im Auftrag des Softwareanbieters Sage zeichnet ein ernüchterndes Bild vom KI-Einsatz im Finanzwesen. Befragt wurden 2.275 Entscheiderinnen und Entscheider aus Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika, darunter 205 aus Deutschland.
Auffällig ist der Prüfaufwand. 29 Prozent der deutschen Befragten wenden nach eigenen Angaben 15 bis 29 Stunden pro Woche dafür auf, Ergebnisse von KI-Systemen zu kontrollieren, 18 Prozent geben mehr als 30 Stunden an. Ein erheblicher Teil des versprochenen Produktivitätsgewinns verlagert sich damit in die Nachkontrolle.
Ebenso deutlich fallen die Vertrauensschwellen aus. 68 Prozent der deutschen Teilnehmer würden ein KI-Werkzeug ablehnen, das zu 99 Prozent korrekt arbeitet, seine Schlussfolgerungen aber nicht nachvollziehbar offenlegt. 43 Prozent verwerfen KI-Empfehlungen unmittelbar, sobald diese dem eigenen fachlichen Urteil widersprechen. Sage-CTO Aaron Harris verweist darauf, dass im Finanzwesen der Maßstab exakter Richtigkeit gilt; Erklärbarkeit erscheint damit als Bedingung für den produktiven Einsatz.
Einzuordnen sind die Zahlen mit Vorsicht: Die Erhebung wurde von einem Anbieter von Finanzsoftware beauftragt, und die deutsche Teilgruppe umfasst 205 Personen. Einzelne Institute werden nicht genannt, ein eigenständiger deutscher Datensatz liegt nicht vor. Als Momentaufnahme der Zurückhaltung in deutschen Finanzabteilungen bleibt das Ergebnis dennoch aufschlussreich.
Quelle t3n
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