KI in Deutschland
Codeberg verbietet KI-Training auf seinen Daten
Die Mitgliederversammlung des Berliner Vereins Codeberg hat beschlossen, die Nutzung der auf der Plattform gehosteten Quelltexte und Nutzerdaten für das Training großer Sprachmodelle zu untersagen. Codeberg e. V. betreibt eine gemeinschaftlich getragene Hosting-Plattform für freie und quelloffene Software. Die Mitglieder stimmten zudem für eine geplante Änderung der Nutzungsbedingungen, die sich gegen sogenannte KI-Massenprojekte richtet — Repositories, die dem Entwurf zufolge „weitgehend automatisiert durch KI-Agenten entstehen“. Das Ergebnis dieser Abstimmung: 358 Ja-Stimmen, 144 Nein-Stimmen, 14 Enthaltungen.
Als Begründung nennt der Verein laut heise online den Ressourcenbedarf, den Energieverbrauch und die Belastung kleiner, ehrenamtlich betriebener Infrastruktur. Die Kriterien zielen auf Projekte ohne dauerhafte menschliche Pflege sowie auf solche, die Speicher- und CI/CD-Kapazitäten unverhältnismäßig beanspruchen — genannt wird der Fall eines einzelnen Betreibers, der umfangreiche Binärpakete für viele Plattformen baut. Ein Automatismus zur Löschung ist mit dem Beschluss nicht verbunden; aktive Community-Projekte, ältere Vorhaben und kleine Experimente sollen weiter möglich bleiben.
Bemerkenswert ist, wer hier die Grenze zieht: eine Nutzergemeinschaft, die per Abstimmung über die Verwertung der eigenen Daten entscheidet und sie über Nutzungsbedingungen durchsetzt. Offen bleibt dem Bericht zufolge, ab wann die neuen Regeln gelten und woran sich automatisiert erzeugte Repositories überhaupt erkennen lassen. Die Auseinandersetzung um Trainingsdaten erreicht damit auch die Infrastruktur, auf der freie Software in Deutschland entsteht.
Quelle heise online
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