KI in Deutschland
EU-Konsultation zu KI-Training: Deutsche Verbände beziehen Position
In der Konsultation der EU-Kommission zur Überarbeitung der Urheberrechtsrichtlinie von 2019 haben sich deutsche Verbände deutlich positioniert. heise online berichtet über die Auswertung von 432 Stellungnahmen; im Kern geht es um die Frage, ob die Schranke für Text und Data Mining das Training generativer KI-Modelle abdeckt.
Auf der Rechteinhaberseite wirft der Börsenverein des Deutschen Buchhandels KI-Entwicklern vor, Lizenzierung systematisch zu umgehen und auf Raubkopien als Trainingsmaterial zurückzugreifen. Die Initiative Urheberrecht fordert einen Wechsel vom Opt-out zum Opt-in, also zur vorherigen ausdrücklichen Zustimmung. Die GEMA schlägt ein Recht auf der Ausgabeseite vor: Die kommerzielle Verwertung KI-generierter Inhalte solle über kollektive Lizenzen erfasst werden.
Dagegen argumentieren Bitkom und der Verband der Automobilindustrie, restriktive Vorgaben schwächten die europäische Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China. Modelle lernten Muster, nicht gespeicherte Texte. Wikimedia Deutschland sucht einen Mittelweg — stärkere TDM-Ausnahmen für die Forschung und robots.txt als technischer Standard für den Opt-out.
Bemerkenswert ist weniger die Konfliktlinie als ihre Verortung: Die Auseinandersetzung um KI-Trainingsdaten wird derzeit nicht vor deutschen Gerichten entschieden, sondern in einem Brüsseler Konsultationsverfahren — mit deutschen Verwertungsgesellschaften, Branchenverbänden und Industrievertretern als lautstarken Beteiligten. Der ausführliche heise-Bericht steht hinter einer Bezahlschranke; die hier referierten Positionen stammen aus dem frei zugänglichen Teil.
Quelle heise online
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