KI in Deutschland
SAP und zwei Fraunhofer-Institute bauen an einer europäischen Cloud-Edge-Architektur
SAP und zwei Fraunhofer-Institute arbeiten an einer offenen Referenzarchitektur für europäische Cloud-Edge-Infrastruktur. Das Vorhaben heißt ApeiroRA; SAP führt es an, beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC). Ziel ist Interoperabilität über mehrere Anbieter hinweg — Cloud- und Edge-Dienste sollen sich herstellerunabhängig kombinieren lassen.
Der Anlass ist eine Marktlage: Rund 70 Prozent der Cloud-Infrastruktur entfallen auf die US-Hyperscaler Microsoft, Amazon und Google. Heinrich Pettenpohl, Abteilungsleiter IT Service Providers am Fraunhofer ISST, formuliert die Ausgangslage deutlich: “Im globalen Markt für Public-Cloud-Dienste hat Europa den Anschluss verloren. Im Bereich von Cloud Edge Computing ist das nicht der Fall.” Genau dort setzt das Projekt an.
Das AISEC steuert die Sicherheitsarchitektur bei — nach Zero-Trust-Prinzipien und mit Confidential Computing, für Identitäts- und Zugriffsverwaltung sowie eine technologieunabhängige Attestierung von Workloads in föderierten Multi-Provider-Umgebungen.
Künstliche Intelligenz spielt in ApeiroRA eine dienende Rolle: Neben automatisiertem Lifecycle-Management, digitalen Zwillingen zur Ressourcenoptimierung und Nachhaltigkeitskennzahlen nennt Fraunhofer eine autonome Fehleranalyse und eine “KI-gestützte Betriebsführung”. Als Nachhaltigkeitsziel soll Rechenlast dorthin wandern, wo erneuerbare Energie verfügbar ist.
Für den Standort Deutschland ist weniger die Technik bemerkenswert als die Konstellation: ein DAX-Konzern und öffentlich finanzierte Forschung, die gemeinsam quelloffen an der Schicht unterhalb der KI-Anwendungen arbeiten.
Quelle Fraunhofer-Gesellschaft
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