Lesenswert, aber mit Schwächen - Rezension von “Ready Player One'

Das Buch “Ready Player One” hatte fast das Potential ein absoluter Klassiker zu werden in der Größenordnung eines “Hitchhiker’s Guide trough the Galaxy”.

Die geniale Idee des Autors ist es, 80er-Jahre-Nostalgie und ein Massively Multiplayer Online Game (MMO, MMOG) mitander zu verknüpfen und zum Gegenstand eines Romans zu machen.

Ready Player One

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler.

Hier werden viele Computerspiele, Filme und Muskbands aus dieser Zeit genannt. Bei den Computerspielen finde ich die Auswahl gut, bei den Filmen nicht mehr so und bei der Musik eher nicht.

Das ist aber nicht so schlimm und es hätte noch klar 5 von 5 Sternen gegeben. Aber anscheinend konnte der Autor der Versuchung nicht widerstehen, ein paar gesellschaftskritische Standardthemen einzubauen, die man z. B. aus dem deutschen Fernsehen schon zu genüge kennt, wie z. B. Umweltverschmutzung, Rassismus (einer der Helden ist eine Afro-Amerikanerin und Lesbe, die in der virtuellen Welt lieber männlich und weiß ist) und gierige Konzerne ohne Moral. Die Rolle des Staates hierbei wird natürlich nicht hinterfragt.

Noch schlimmer ist, das der Protagonist Parzival charakterlich keine Entwicklung durchmacht. Er ist am Ende nur in der virtuellen Welt von Level 3 auf Level 99 aufgestiegen. In der “Real World” macht er irgendwie plötzlich einen Sprung vom dicken Nerd zum Superagenten, der sich in den Hochsicherheitstrakt einer Computerfirma einschleicht und diese ausspioniert. Die Herausforderungen, die der Held überwinden muss, sind hingegen fast alle mit Computerspielen oder Rätseln verbunden. Er muss nicht an sich persönlich arbeiten, sich überwinden oder verbessern. Er löst Probleme, in dem er sein Wissen über die 80er Jahre vergrößert oder in dem er seine Fähigkeiten verbessert, Computerspiele aus den 80ern zu spielen. Ganz schlimm wird es, als “Og” einfach so erscheint, wie ein “Deux Ex Machina”.

An dieser Stelle war ich wirklich enttäuscht. Das ist schummeln, wenn man dem Helden einfach einen übernatürlichen Freund an die Seite stellt.

Alles in allem: lesenswert, aber mit Schwächen.

  • Ernest Cline
  • Ready Player One
  • Kindle
  • 2011

Siehe auch die Renzension bei Amazon.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im November 2016 an das neue Blog-Format angepasst.

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