Mein Lieblings-Geschichtsbuch

James Gleick ist ein wahnsinnig belesener Mensch, der in diesem umfangreichen und lesenswerten Buch “The Information : a history, a theory, a flood” die Geschichte der Information und der Informationsverarbeitung darstellt. Äußerst bemerkenswert ist, dass sich der Autor in beiden “Kulturen”, den Geisteswissenschaften und den Naturwissenschaften, sehr gut auskennt.

The Information : a history, a theory, a flood

Wie der Untertitel des Buches bereits verrät, wird zuerst die Geschichte der Information erläutert. Hier macht der Autor einen großen Bogen von Trommelsprachen und Keilschriften über den Buchdruck, Wörterbücher, Charles Babbage, Telegraphie, Morse-Codes und Telefonie hin zu den heutigen Computern. Es ist äußerst bemerkenswert, was der Autor da alles zusammengetragen hat. Sehr gut gefallen hat mir, das hier auch die physikalischen Grundlagen der Dampfmaschinen bzw. der Elektrizität berücksichtigt werden.

Später im Buch wird die Entwicklung der modernen Logik, der Informationstheorie und der Wahrscheinlichkeitsrechnung und deren Grundlagen erklärt. Für ein Buch, das sich an die Allgemeinheit richtet, habe ich hier als Informatiker keine Wünsche offen.

Interessant beschrieben werden auch die Auswirkungen auf die anderen Fächer wie z. B. der Physik oder der Psychologie. Die Diskussionen zur Zeit der Gründung von neuen Fächern, wie z. B. der Kybernetik, der Informatik und der Kognitionswissenschaften sind interessant.

Schließlich wird abschließend die heutige Situation beschrieben und die Datenflut behandelt. Aber diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, denn es wird ja z. B. heute von einem “Internet der Dinge” geredet, das noch mehr Geräte miteinander verbinden soll und noch mehr Informationen verarbeiten soll.

Es ist bei diesem komplexen Thema sehr schwierig, ein Buch zu schreiben, dass sich an die Allgemeinheit richtet und von allen akzeptiert wird. Es dürfen einerseits nicht zu viele und zu komplexe mathematische Formeln vorkommen, noch dürfen die kulturellen Hintergründe zu ausführlich beleuchtet werden. Ansonsten springt eine der Zielgruppen ab. Ich finde, James Gleick hat hier einen vernünftigen Kompromiss gefunden.

Fazit: Das Buch ist kein Lehrbuch der Informationstheorie, aber es ist als Geschichtsbuch und Grundlagenbuch sehr lesenswert.

  • James Gleick
  • The Information : a history, a theory, a flood
  • Pantheon Books
  • 2011

Siehe auch die Renzension bei Amazon.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im November 2016 an das neue Blog-Format angepasst.

 "Wenn Java 8, dann 'Java 8 in Action'" "Nur teilweise elegant"