KI in Deutschland
Bürgerentscheid ebnet Weg für Helsing-Fabrik in Hallbergmoos
Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Hallbergmoos bei München haben in einem Bürgerentscheid mit 59 zu 41 Prozent für den Bau einer Fabrik des Rüstungs- und KI-Unternehmens Helsing gestimmt. Helsing hat sich am Standort nahe dem Flughafen München insgesamt 250.000 Quadratmeter Land gesichert; zunächst sollen rund 120.000 Quadratmeter bebaut werden. Die Investitionssumme liegt im dreistelligen Millionenbereich, geplant sind etwa 300 neue Arbeitsplätze.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wertete das Votum als Zeichen dafür, dass die Bürger “die großen wirtschaftlichen Chancen und unsere Verantwortung zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands erkannt” hätten.
Der Ausbau markiert einen Schritt in der Industrialisierung deutscher Verteidigungs-KI: Helsing, 2021 gegründet und bereits 2023 zum ersten europäischen Rüstungs-Einhorn aufgestiegen, liefert mit der Loitering Munition HX-2 und dem autonomen Kampfflugzeug CA-1 Systeme mit KI-gestützter Zielerkennung und -steuerung. Die Bundeswehr hat bereits mehrere Tausend HX-2-Einheiten für eine Brigade in Litauen bestellt. Dass eine Kommune einer solchen Ansiedlung per Bürgerentscheid zustimmt, zeigt, wie sehr sich die öffentliche Abwägung zwischen ziviler Standortentwicklung und militärischer KI-Nutzung seit Kriegsbeginn in der Ukraine verschoben hat — ein Trend mit Relevanz auch für die Regulierung, etwa bei den Ausnahmen militärischer Systeme vom EU-KI-Gesetz.
Quelle heise online
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