KI in Deutschland
SAP drosselt Ausgaben, um den KI-Ausbau zu finanzieren
SAP finanziert seinen KI-Ausbau künftig über Sparmaßnahmen im eigenen Haus. Ein Unternehmenssprecher bestätigte laut heise online am Donnerstag einen Bloomberg-Bericht, wonach Neueinstellungen weitgehend auf ausgewählte Profile — vor allem KI-Rollen — beschränkt, Dienstreisen zu internen Veranstaltungen ohne KI-Bezug ausgesetzt und Einsparpotenziale bei Lieferanten geprüft werden. Das Unternehmen bezeichnet Künstliche Intelligenz als seine “größte Priorität”; Konzernchef Christian Klein treibt die Strategie voran. Konkrete Zahlen zu Sparvolumen oder betroffenen Stellen nennt SAP nicht.
Die Umschichtung fällt in eine angespannte Lage. Die SAP-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 30 Prozent an Wert verloren, und einer durchgesickerten internen Umfrage zufolge vertrauen nur 54 Prozent der Beschäftigten dem Vorstand. Zugleich zündet die KI-Strategie bei den Kunden dem Bericht zufolge bislang nur begrenzt. Für den Standort Deutschland ist der Schritt dennoch aufschlussreich: Der wichtigste deutsche Softwarekonzern behandelt KI nicht mehr als Zusatzinvestition, sondern als Kern des Geschäfts, dem andere Ausgaben untergeordnet werden.
Kundennahe Aktivitäten und zentrale KI-Initiativen sollen nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiterlaufen. Als Nächstes steht damit der Nachweis an, ob die freigesetzten Mittel die KI-Produkte tatsächlich schneller zu zahlenden Kunden bringen — daran wird sich die ausgerufene Priorität messen lassen müssen.
Quelle heise online
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