KI in Deutschland
Schatten-KI: Deutsche Unternehmen setzen KI-Agenten ohne Regeln ein
Deutsche Unternehmen führen autonome KI-Agenten schneller ein, als sie deren Nutzung regeln. Nach einer Studie des Sicherheitsanbieters KnowBe4, über die Golem.de berichtet, setzen 62 Prozent der befragten deutschen Unternehmen bereits KI-Agenten ein, die eigenständig Aktionen in Arbeitsabläufen ausführen. Zugleich geben 48 Prozent der Führungskräfte an, dass der KI-Einsatz in ihrem Verantwortungsbereich weder offiziell genehmigt noch geregelt ist. Bei dieser Schatten-KI werden sensible Unternehmensdaten ohne direkte Aufsicht verarbeitet. Durchgeführt wurde die Erhebung vom Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne unter 4.000 Fachkräften weltweit.
Auch der Faktor Mensch bleibt kritisch: 64 Prozent der Beschäftigten räumen laut der Studie ein, unter Zeitdruck und kognitiver Überlastung Sicherheitsvorkehrungen abzukürzen, obwohl sie die geltenden Protokolle kennen. 87 Prozent der deutschen Beschäftigten halten Deepfake-Stimmen und -Videos inzwischen für so realistisch, dass sich Absender kaum noch zuverlässig identifizieren lassen.
Die Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen: Die deutsche Teilstichprobe umfasst nur rund 250 Befragte, und KnowBe4 verkauft selbst Sicherheitslösungen — auf beides weist Golem.de hin. Der Befund trifft dennoch einen wunden Punkt des Standorts. Während das EU-KI-Gesetz formale Governance-Anforderungen an den KI-Einsatz stellt, entsteht die tatsächliche Nutzung in vielen Betrieben ungeregelt von unten; Compliance-Risiken verlagern sich damit in den Arbeitsalltag. KnowBe4 empfiehlt, eine Security-First-Denkweise konsequent auf Menschen wie KI-Agenten auszudehnen — technische Lösungen allein reichten nicht aus.
Quelle Golem
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