Wie Geschäftsmodelle Spass machen - Ein Leseerlebnis

“Business Model Generation” ist ein hervorragender Einstieg in das komplexe Thema “Geschäftsmodelle”. Das Buch behandelt Geschäftsmodelle, deren Erstellung und weitere Anpassung mit Hilfe des “Business Model Canvas”.

Business Model Generation

Das Buch hat ein schönes Format, sieht sehr gut aus, hat schöne Abbildungen und Diagramme, die die Sachverhalte verdeutlichen.

Das Canvas (im Buch wird die feminine Form benutzt “die Canvas”, S. 48-49, ich benutze aber lieber Neutrum für englische Begriffe der Duden übrigens auch), also der oder das Canvas wird nach einer Einführung anhand mehrerer Geschäftsmodellmuster erklärt. Sehr interessant fand ich die das Entflechtungsmuster, das ist didaktisch sehr gut. Die anderen Muster, wie z. B. Long-Tail, Multi-Sided Plattforms und Freemium sind gut gelungen. Beim “Open Business” Muster wagen die Autoren sich aber schon stark hervor. Dieses Muster wird in der Praxis noch sehr selten angewandt.

Im Abschnitt zur Entwicklung von Geschäftsmodellen werden die eher zum Standard zu zählenden Techniken behandelt, wie z. B. Kundenorientierung, Tests mit Prototypen und  Geschichten erzählen. Schön ist die Angabe von weiterführender Literatur.

Besser gefallen hat mir der Abschnitt zur Strategie bzw. zur langfristige Änderung und Anpassung eines Geschäftsmodells. Die Welt steht ja nicht still, sondern sie ändert sich und damit muss auch das Modell angepasst werden. Hier fehlt allerdings die Behandlung von “roten Ozeanen”; mit der SWOT-Analyse wird nur eine rudimentäre Technik erwähnt. Es wäre besser gewesen, wenn die Autoren kurz die “five forces” von Porter erwähnt hätten (oder evtl. andere mir nicht bekannte Techniken zur Branchenstrukturanalyse). Die Techniken der Wertinnovation und die 4-Aktionen der Blue-Ocean-Strategie werden gut im Canvas umgesetzt.

Der letzte Abschnitt über die Implementierung bzw. die Umsetzung von Geschäftsmodellen ein knapper Einstieg. Aber das kritisiere ich nicht, denn es ist ein sehr komplexes Thema und würde den Rahmen des Buches sprengen.

Insgesamt trotz ein paar Schwächen aber ein empfehlenswertes Leseerlebnis.

  • Alexander Osterwalder, Yves Pigeur
  • Business Model Generation
  • Campus-Verlag
  • 2011

Siehe auch die Renzension bei Amazon.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im November 2016 an das neue Blog-Format angepasst.

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